Dipl.Psych. Karl Hermann Schäfer
Frankfurt am Main
Psychoanalytiker DPV/IPV, Klinischer Psychologe/Psychotherapeut BDP
Lehrbeauftragter am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt/M. für die Weiterbildung von Ärzten und Psychologen zum Psychoanalytiker im Rahmen der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV)

Gutachterliche Stellungnahme

Über "Gestalttheoretische Psychotherapie"
wie sie in der GTA (Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen) und in der ÖAGP (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie) gelehrt und vertreten wird


Die Gestalttheorie, wie sie in der Gestalttheoretischen Psychotherapie vertreten und weiterentwickelt wird, gehört in ihrem wissenschaftlichen Anspruch, ihren entwickelten Methoden und ihrer erreichten Praxis zu den drei großen Schulen der Psychologie/Psychotherapie (Psychoanalyse, Gestalttheorie, Verhaltenstheorie). Seit Anbeginn der Gestalttheorie, insbesondere der sozialpsychologischen gestalttheoretischen Forschungen und ihrer Ergebnisse, der Erforschung der Gruppendynamik und der pädagogischen und erzieherischen psychologischen Fragestellungen gab es und gibt es einen regen Austausch mit psychoanalytischen wie klinisch-medizinisch bedeutsamen Forschern. In der Metatheorie der Psychoanalyse und Gestalttheorie sind sich gegenseitig ergänzende Positionen von bedeutenden Wissenschaftlern nachgewiesen (z.B. H. ARGELANDER, P. FÜRSTENAU, A. LORENZER, D. RAPPAPORT). In Bezug auf die praktische Anwendung gibt es vielfältige Querverbindungen zwischen angewandter klinischer Psychoanalyse und angewandter Gestalttheoretischer Psychotherapie. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Schulen ist in dem heutigen internationalen wissenschaftlichen Diskurs im Sinne der Bewältigung der anfallenden Problemstellungen der Psychotherapie überhaupt nicht mehr wegzudenken.

Gerade das hohe Niveau der Publikationen der Zeitschrift "Gestalt Theory", wie es z.B. durch Arbeiten von H.-J. WALTER, P. THOLEY u.a. in dieser Zeitschrift nachgewiesen ist, zeigt eindeutig den hohen Stand der Wissenschaftlichkeit der GTA und ÖAGP.

Die mir langjährig bekannten Weiterbildungsstrukturen sowie die praktische Professionalisierung der Weiterbildungsteilnehmer in der GTA wie ÖAGP erfüllen alle wissenschaftlichen Kriterien in ihrer Arbeit im Sinne der kritischen Nachprüfbarkeit. Die Gestalttheoretische Psychotherapie in der ÖAGP erfüllt besonders im Rahmen der Gestalttheorie die wissenschaftlichen psychologischen und medizinischen Normen in den Weiterbildungsangeboten und in der praktischen Arbeit in einer hohen Verantwortlichkeit für ihr Klientel.

Frankfurt am Main, 15.1.1993


Homepage der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie (ÖAGP)
Zeitschrift GESTALT THEORY
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