GTA tagungen
GTA Tagungen
Seit Gründung der Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen 1978 wurden Tagungen und Kongresse organisiert, um die gestalttheoretische Perspektive im wissenschaftlichen Diskurs und in diversen Praxisfeldern sichtbar zu machen und angemessen zu vertreten.
Die internationalen wissenschaftlichen Arbeitstagungen der GTA finden seit 1979 regelmäßig statt. Sie werden jeweils in Kooperation mit einer Universität oder Akademischen Institution veranstaltet. GTA-Tagungen haben bereits in mehreren europäischen Ländern stattgefunden, außer in Deutschland und Österreich auch in Polen und mehrmals an Universitäten in Italien.
Alle zwei Jahre treffen sich GTA-Mitglieder und an der Gestalttheorie interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum multidisziplinären Austausch über Weiterentwicklungen und neue gestalttheoretische Projekte. In Vorträgen, Workshops, Posterbeiträgen informieren sie sich über ihre Forschungen und Praxisanwendungen und diskutieren Bezüge zu neuen Strömungen in ihren wissenschaftlichen Arbeitsfeldern. Attraktive Rahmenprogramme bereichern die Treffen, und besonders die persönlichen Begegnungen inspirieren zu Weiterentwicklungen und Kooperationen.
Aktuelle Tagung

Wir trauern um Gisela Kubon-Gilke (1956-2026)
Unser GTA-Ehrenmitglied Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke ist am 26.07.2026 nach langer Krankheit verstorben. Wir trauern um eine enthusiastische Wissenschaftlerin, die seit den 1990er Jahren die Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen mit ihrer besonderen Expertise und ihrem Engagement begleitet und bereichert hat.
Gisela Kubon-Gilke war studierte Volkswirtschaftlerin und seit 1998 Professorin für Ökonomie und Sozialpolitik an der der Evangelischen Hochschule Darmstadt. In ihrer Hochschullehre wie in ihren zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen spielte die Gestalttheorie eine herausragende Rolle. Sie beschäftigte sich mit einer Vielzahl von ökonomischen, sozialen, ethischen und politischen Fragestellungen, die sie im Anschluss an Max Wertheimer, Solomon Asch und Ekkehard Schlicht behandelte und konsistent weiterentwickelte. Dabei hat sie über ökonomische Themen unter gestalttheoretischer Perspektive für Studierende und FachkollegInnnen ebenso wie für Fachfremde in verständlicher Sprache geschrieben und so interdisziplinäre Zugänge ermöglicht. Das von ihr 2018 herausgegebene Werk „Gestalten der Sozialpolitik“ vereint in einzigartiger Weise Arbeiten von Co-AutorInnen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zu einer von ihr entwickelten gestalttheoretisch-sozialpolitischen Theorie.
Wir trauern auch um eine engagierte GTA-Vorstandskollegin, die als Wirtschaftswissenschaftlerin dem ansonsten ausschließlich mit Psychologen besetzten Gremium in den Jahren 1995-2005 viele interdisziplinäre Impulse gab, in schwierigen Situationen Rat wusste und vermitteln konnte. Die Organisation der 12. Wissenschaftlichen Arbeitstagung 2001 an der Evangelischen Hochschule in Darmstadt zu dem von ihr vorgeschlagenen Thema „Kreativität“ bot ebenfalls einen exzellenten Rahmen für fachübergreifenden Austausch vor dem Hintergrund der Gestalttheorie.
Trotz langjähriger Krankheit arbeitete sie auch im Ruhestand weiter. In Begleitung ihres Mannes Claus Gilke konnte sie 2017 in Wien die GTA-Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen. Sie war damit nach der Psychologin Wera Mahler, der Mathematikerin Edith Luchins, der Ärztin und Entwicklungspsychologin Anna Arfelli-Galli die vierte Frau, zugleich die erste Sozialökonomin unter den Ehrenmitgliedern unserer Gesellschaft. Wir werden uns an sie erinnern als warmherzige, humorvolle, unabhängige Denkerin mit weitem Horizont, die vor allem die ethischen Aspekte der Gestalttheorie in ihren Schriften und im persönlichen Umgang lebendig werden ließ.
Marianne Soff
für den Vorstand der GTA